Nachhaltiges Bauen

Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen, damit nachfolgenden Generationen ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen werden kann.

Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ geht historisch auf die Forstwirtschaft zurück. Es heißt dort u.a.: „Wer einen Wald hegt, muss darauf achten, nicht mehr Holz zu schlagen als nachwächst. Nachhaltigkeit bedeutet also, vom Ertrag zu leben, ohne die Substanz anzutasten.“ Ziel ist es also, ein Gleichgewicht zwischen Nutzung und Regeneration der vorhandenen Ressourcen zu erreichen.

Drei Dimensionen des Nachhaltigen Bauens:

Ökonomische Dimension

Bei der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit werden über die Anschaffungs- bzw. Errichtungskosten hinausgehend insbesondere auch die Baufolgekosten betrachtet, die über die gesamte Nutzungs- bzw. Lebensdauer anfallen. Wie Praxisbeispiele zeigen, können die Baufolgekosten die Errichtungskosten um ein Mehrfaches überschreiten. Durch die umfangreiche Lebenszykluskostenanalyse lassen sich zum Teil erhebliche Einsparpotenziale identifizieren.

Folgende Lebenszykluskosten (Life-Cycle-Costs LCC) werden betrachtet:
  • Errichtungskosten
    Grundstück (mit Erschließungskosten), Planungskosten, Gebäude (mit Baustellenbetriebskosten), Bauüberwachungs- und Dokumentationskosten, Maklerkosten, Notarkosten, Versicherungskosten während der Bauzeit etc.
  • Nutzungskosten
    Medienverbrauch: Heizwärme, Warmwasser, Beleuchtung (Strom), Wasser, Abwasser
    gebäude- und bauteilspezifische Aufwendungen: Reinigung, Wartung und Instandhaltung, Modernisierung.
  • Rückbaukosten
    Abriss, Abtransport, Wiederverwendung bzw. -verwertung, Entsorgung.

Ökologische Betrachtung

Bei der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit wird eine Ressourcenschonung durch einen optimierten Einsatz von Baumaterialien und Bauprodukten und eine Minimierung der Medienverbrauch (z. B. Heizen, Strom, Wasser und Abwasser) angestrebt. Damit ist in der Regel gleichzeitig eine Minimierung der Umweltbelastungen (z. B. Treibhauspotenzial bezüglich der Klimaveränderung, etc.) verbunden.

Da jedes Errichten und jedes Betreiben eines Gebäudes die Umwelt belastet, stellt sich die Frage, wie Gebäudevarianten in ökologischer Hinsicht objektiv bewertet und optimiert werden können.
Hierzu sind zunächst die Indikatoren festzulegen, die die unterschiedlichen Umweltauswirkungen beschreiben. Derzeit werden folgende globale, quantifizierbare Indikatoren für die ökologische Gebäudebewertung identifiziert:

  • Flächeninanspruchnahme,
  • Primärenergieaufwand (erneuerbar /nicht erneuerbar),
  • Treibhauspotenzial (GWP), im Hinblick auf die "Erderwärmung"
  • Ozonzerstörungspotenzial (ODP), im Hinblick auf das "Ozonloch"
  • Versauerungspotenzial (AP), im Hinblick auf den "Sauren Regen"
  • Überdüngungspotenzial (EP), im Hinblick auf Gewässer bzw. Grundwasser
  • Ozonbildungspotenzial (POCP), im Hinblick auf den "Sommersmog"

Soziale und kulturelle Dimension

Bei der sozialen und kulturellen Dimension der Nachhaltigkeit sind neben den Fragen der Ästhetik und Gestaltung, insbesondere die Aspekte des Gesundheitsschutzes und der Behaglichkeit von Bedeutung. Winterlicher wie sommerlicher Wärmeschutz tragen ebenso zur Behaglichkeit bei, wie beispielsweise der Schallschutz u. a.. Durch eine gezielte Baustoffauswahl (z. B. emissionsarmer Produkte) lassen sich mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen auch bei sensiblen Personen, wie Kindern oder älteren Menschen, vermeiden.

Durch eine Optimierung des Gebäudeentwurfs, der Materialauswahl, der Baukonstruktion und der Anlagentechnik lassen sich diese Aspekte bereits in der Planungsphase erreichen.

Gleichzeitig ist der Gebäudeentwurf so flexibel zu gestalten, dass er leicht an die sich ändernden Randbedingungen des Nutzers anpassbar ist.

Referenzen

Zubau Einfamilienhaus in Rudmanns

Planung und Errichtung von Zubauten (Windfang und Wintergarten) und Terrassen.

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